{"id":187,"date":"2007-12-31T19:17:23","date_gmt":"2007-12-31T18:17:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pacer.de\/?p=187"},"modified":"2007-12-31T19:17:23","modified_gmt":"2007-12-31T18:17:23","slug":"licht-und-schatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pacer.de\/?p=187","title":{"rendered":"Licht und Schatten"},"content":{"rendered":"<p>Gestern hat sich die Sonne blicken lassen und zu einem Spaziergang eingeladen. In unserem Garten gibt es tats\u00e4chlich noch eine bl\u00fchende Pflanze, die tapfer den Minusgraden der letzten Tage getrotzt hat.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pacer.de\/wp-content\/uploads\/old\/p1030261sbv0.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Leider war der Sonnenschein nur von kurzer Dauer. Kurz nachdem wir los gelaufen waren, fing es auch schon an zu regnen.<\/p>\n<p>Die Sankt-Georgsklause am Fu\u00dfe des Johannisbergs verf\u00e4llt zusehends. Am Ende des Beitrages habe ich einige <a href=\"#unique-identifier\">historische Informationen<\/a> zur Geschichte dieses Bauwerks eingef\u00fcgt.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pacer.de\/wp-content\/uploads\/old\/p1030271stm3.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Schade, da\u00df der Eigent\u00fcmer <a href=\"http:\/\/www.stefanbaldi.de\/rheingau-chronik.de\/Menschen\/Familien\/Grafen%20von%20Schoenborn.php\">Graf von Sch\u00f6nborn<\/a> dieses historische Gem\u00e4uer (ca. 1130 erbaut) so verkommen l\u00e4\u00dft. Es gibt viele Interessenten, die das Anwesen sanieren und nutzen wollen, aber der werte Graf gibt es nicht her, weil es schon seit 400 Jahren im Familienbesitz ist. Ob das Geb\u00e4ude in diesem Zustand zum Ansehen seiner Familie beitr\u00e4gt, m\u00f6ge jeder selbst beurteilen.<\/p>\n<p>___________________________________________________________<\/p>\n<p><a name=\"unique-identifier\"><strong>Historische Informationen zur (St. Georg) \u201eKlause\u201c <\/strong><\/a><\/p>\n<p>Nur die gotische Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, an der Ostseite des  Hofhauses, erinnert heute an dieses ehemalige Kloster \u201eSt. Georg\u201c der  Benediktinerinnen. Im Jahr 1937 entdeckte Kapitelreste beweisen das  Vorhandensein der Kl\u00f6sterlichen Kirche schon in romanischer Zeit.<\/p>\n<p>Schon bald nach der Gr\u00fcndung des M\u00e4nner Klosters auf dem Berg, wurde  zun\u00e4chst auf der Westseite des Berges eine Klause (coenobiolum seu  reclusorium) f\u00fcr Nonnen erbaut. Die Bewohnerinnen waren meist von Adel.<\/p>\n<p>Nach vielen Jahren sei die eingerichtete Frauenklause f\u00fcr  Benediktinerinnen, um der Ruhe der Nonnen wie der M\u00f6nche willen, gegen  1130 an den Fu\u00df des Berges verlegt worden. Der Rheingraf Richolf  stiftete hierzu dem Kloster das Hofgut \u201eSt. Georg\u201c in der Gemarkung  Winkel und gab gleichzeitig seinen Sohn und seine Tochter in das  Kloster. Richolfs Nachfolger, sein erstgeborener Sohn Ludwig trat 1140  mit seiner Gattin ebenfalls dem Konvent bei.<\/p>\n<p>Noch im zw\u00f6lften Jahrhundert l\u00f6sten sich dann die Nonnen vorn  M\u00f6nchskloster ab und siedelten in den St. Georgshof. Der Hof wurde zum  Kloster ausgebaut und die erste Kirche wurde erbaut, von der sich bis  heute noch die romanischen Kapitelle erhalten haben.<\/p>\n<p>Um 1170 erhielten die Nonnen \u201ede Clusin\u201c (der Klause) einen Brief der  hl. Hildegard. Als \u201esanctimoniales sancti Georgi \u201c (Nonnen des heiligen  Georg) erscheinen sie dann um 1180 in der Binger G\u00fcterliste (Rotulus).<\/p>\n<p>Das Nonnenkloster blieb offensichtlich lange Zeit in Abh\u00e4ngigkeit des M\u00f6nchsklosters auf dem Johannisberg.<\/p>\n<p>Obwohl in den Urkunden dieses geistliche Institut stets Kloster genannt  wurde, besteht die Bezeichnung \u201eKlause\u201c wohl zu Recht, da niemals vom  Vorhandensein eines Kreuzganges \u2013 er geh\u00f6rt zum Klausurm\u00e4\u00dfigen  Eigenleben eines Konvents \u2013 berichtet wurde.<\/p>\n<p>An einer Urkunde aus dem Jahr 1317 befindet sich erstmals das spitzovale  Siegel des Nonnenklosters. Es zeigt den heiligen Georg stehend und in  R\u00fcstung \u2013 in der rechten Hand das Schwert und in der linken das Schild  haltend. Auf dem Gewand \u00fcber der R\u00fcstung befindet sich ein Kreuz.<\/p>\n<p>Die Kapelle war dem heiligen St. Georg geweiht. Das Bild des heiligen  Georg auf der schmiedeeisernen Wetterfahne des Dachreiters der Kapelle  zeugt noch heute von ihrem Schutzpatron.<\/p>\n<p>Die Leiterin des Konvents wurde erst im 15. Jahrhundert mit \u00c4btissin  bezeichnet und trug zuvor die Bezeichnung Meisterin (magistra), was aber  zu jener Zeit durchaus nicht un\u00fcblich war.<\/p>\n<p>Die Bl\u00fctezeit des Nonnenklosters war nicht von langer Dauer. Die  wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse verschlechterten sich und wegen angeblich  \u201eschlechter Disziplin\u201c wurde das Benediktinerinnenkloster 1452  aufgehoben, und der Besitz fiel zur\u00fcck an das Kloster der Benediktiner  \u201eSt. Johannisberg\u201c.<\/p>\n<p>In sp\u00e4teren Jahrhunderten wurde am Elsterbach, direkt bei der \u201eKlaus\u201c  auch eine M\u00fchle betrieben. Von der M\u00fchle ist heute allerdings nichts  mehr zu sehen.<\/p>\n<p>Von dem urspr\u00fcnglichen Frauenkloster, einem Stift der vorwiegend adlige  Damen beherbergte, existieren heute auch nur noch die Reste einer  gotische Kapelle auf der Ostseite des Hofgutes.<\/p>\n<p>Der gr\u00e4flich Sch\u00f6nborn\u2019sche Hof \u201eKlaus\u201c, der heute an dieser St\u00e4tte  steht und der Name der Johannisberger Weinbergslage \u201eJohannisberger  Klaus\u201c erinnern noch heute an das ehemalige Kloster der  Benediktinerinnen.<\/p>\n<p>Liste der \u00fcberlieferten Meisterinnen (\u00c4btissinen) in der Benediktinerinnenklause St. Georg:<\/p>\n<p>1285 Gertrud<br \/>\n1293 Lutza<br \/>\n1317 Greta<br \/>\n1345 Clare<br \/>\n1356 Katherina von R\u00fcdesheim<br \/>\n1383 Else von Schippach<br \/>\n1387 Kunigunde<br \/>\n1397 Else von Wallertheim<br \/>\n1426-1434 Margrede von Sch\u00f6nburg<br \/>\n1435-1452 Luckela von Schwalbach<br \/>\n1452 Katharina von Winterheim alias von Scharfenstein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gestern hat sich die Sonne blicken lassen und zu einem Spaziergang eingeladen. 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